Wesenufer Atelier Fahrner

Der Ortsname Wesenufer

Es gibt wohl begründete  Hinweise, dass der Ortsname Wesenufer auf das Haus Wesen zurückzuführen ist und eine die damit verbundene Überfuhr.
Aber es gibt auch Erzählungen die noch viel weiter zurückreichen und auch eine durchaus schlüssige Erklärung für den Ortsnamen liefern.
So war es schon sehr lange vor unserer Zeitrechnung, dass Menschen gerade diesen Platz besonders liebten. Aber nicht  nur die Menschen
schätzten die Donau und den darin lebenden Fischbestand sehr. In den Wäldern oberhalb der Donau lebten Wesen, ja man kann zu diesen
Gestalten die sich damals in dieser Region herumtrieben wirklich nur „Wesen“ sagen. Sie waren weder Mensch noch Tier. Obwohl ihr Kopf
dem eines Pferdes sehr ähnlich sah, waren sie begeisterte Fleischesser. Und ganz besonders verzehrten sie die Fische aus der Donau. So ergab
es sich immer wieder, dass sich diese Wesen am Ufer der Donau herumtrieben um ihre Beute auf das Pferd zu ziehen um damit in den dunklen
Wäldern zu verschwinden. Dort verschlangen sie die Fische meistens roh. Nur an besonderen Tagen nahmen sie sich die Zeit um ein Feuer zu
entfachen und sie wenigstens kurz darüber zu halten und sie zwar noch blutig, aber immerhin ein wenig angebraten zu genießen.
Bald sprach die ganze Region von den Wesen die an diesem Ufer der Donau immer wieder zu sehen waren.
Und so wurde dieser Ort kurzerhand als Wesenufer bekannt.
Aus den Erzählungen ist zudem überliefert, dass die Zander der Fisch war den sie bevorzugt verspeisten. Und die damalige Zander war bei
weitem nicht so klein wie die heuteigen Exemplare. Die Länge von zwei Metern war nichts ungewöhnliches.

 

 

 

Fischreiter atelier fahrner

Fischreiter

Fische sind ganz besondere Tiere. Wer sich mehr mit ihnen beschäftigt staunt immer wieder wie großartig und spannend diese Lebewesen sind.
Erfahrene Fischer wissen, dass ein paar Kilometer oberhalb der Schlögener Schlinge so ungefähr auf der Höhe von Wesenufer geradezu
außerordentlich ungewöhnliche Fische leben. Sie bestechen vor allem dadurch, dass sie eine Gestalt haben, die der des Menschen
nicht unähnlich ist. Als wäre das nicht schon verwunderlich genug, so haben diese Wesen auch noch die Gewohnheit vor allem bei Vollmond an
Land zu gehen. Dabei bewegen sie sich zwar etwas schlängelnd, aber dennoch erinnert ihre Fortbewegung sehr an den menschlichen Gang. Einige
dieser Exemplare wurden schon fernab der Donau im tiefen Wald um den Ort Waldkirchen herum entdeckt. Da ihnen die lange Trockenheit
nicht gut bekommt kann es immer wieder vorkommen, dass sie bei dem einen oder anderen Bauern ein Pferd entwenden, um so wieder schneller
zum Wasser zu kommen. Die armen Pferde stehen dann immer ganz verdutzt am Ufer der Donau und warten dort auf ihren Besitzer. Dieser
reitende Donaufisch wurde bislang nur in dieser Region gesichtet. Diese Art gehört vermutlich zu den sehenswertesten Besonderheiten weit und breit!

 

 

Fischwanderer atelier fahrner

 

 

Der Fischwanderer von Waldkirchen

Vor langer langer Zeit, als es im Ort Waldkirchen nur den Wald gab und ein paar Bewohner, war dort immer wieder ein Wanderer zu sehen
der einen sehr großen Fisch auf seiner Schulter mit sich schleppte. Er war nicht sehr beliebt, weil er den Geruch seiner Last schon angenommen hatte.
Er kehrte gerne beim Wirten ein und trank dort beachtliche Mengen Most. Eines Tages nahm sich der Wirt ein Herz und setzte sich zu
diesem stinkenden Zeitgenossen und fragte ihn warum er diese sonderbare Last mit sich herumträgt. Der Fischwanderer leerte noch ein paar Krüge Most und
begann zu erzählen: „Das Fischen ist eine redliche Sache! Aber es gibt immer wieder Fischer die die Fische schändlich behandeln. Sie werfen die Tiere mit dem
Hacken im Maul zurück und gehen auch sonst respektlos mit diesen Lebewesen um. Und das erzürnt die Fische sehr. Darum haben sie beschlossen diese
widerwertigen Kerle in stinkende Fische zu verwandeln.“ Ihm, dem Fischwanderer, tun diese Kerle trotz ihrer Dummheit leid. Darum trägt er die verzauberten
Menschen immer wieder zurück zu ihren Häusern wo sie sich wieder zu Menschen verwandeln. Er hofft dabei immer wieder, dass sie endlich klüger werden.
Aber er  hat so manchen dieser sonderbaren Menschen schon mehrmals zurückgetragen ohne dass dieser klüger geworden wäre. Darum wird er wohl oder übel
auch weiterhin mit seinen stinkenden Fischen zu sehen sein.

 

 

 

Schmid von Natternbach

Schmied von Natternbach

Es ist nicht allzu lange her, da lebten in der Donau gar wundersame und mächtige Tiere. Das obere Donautal war bekannt und gefürchtet
wegen der ganz besonders großen und böswilligen Schlangen. Die Fischer wagten sich nur an wenigen übersichtlichen Stellen zum Ufer.
Vom gemütlichen Fischen mit einem Bier in der Hand konnte keine Rede sein. Die Fischer mussten ständig achtsam sein, dass sich nicht eine,
oder gar mehrere Schlangen heimlich näherten um ihnen das Leben hart zu machen.
Die Schlangen schnappten den Fischern regelmäßig vor ihren Augen die Beute weg und verschlangen diese genüsslich. Es kam sogar vor,
dass sich besonders große und dreiste Schlangen von hinten an die Fischer näherten und diese in die Donau schleppten, wo sie verzweifelt
um ihr Leben kämpften.
So ging es über viele Jahre und die Fische verschwanden fast ganz von der Speisekarte. Es gab sogar Bewohner des oberen Donautals die
nicht mehr wussten wie Fisch überhaupt schmeckt. Und wie es so oft ist im Leben, gerade dann wenn die Hoffnung schon fast ganz
zerbrochen ist kommt völlig unerwartet eine Lösung. Und diese ungeahnte Lösung war der Schmied von Bach. Er war bekannt für seine Kraft
und seinen außerordentlichen Mut. Da er gerne Fische aß und so  gut wie keine mehr geliefert wurden, beschloss er die Sache selbst
in die Hand zu nehmen. Er ging zur Donau genau zu jener Stelle die ganz besonders gefürchtet war und stellte sich gut sichtbar an das Ufer.
Mit kräftiger Stimme rief er: „Ihr Schlangen, wenn ihr auch nur einen Funken Mut habt, dann kommt heraus und stellt euch dem Kampfe! Wenn ihr
gewinnt, dann soll das obere Donautal für immer euch gehören. Gewinne aber ich, dann sollt ihr für die weitere Zukunft nur noch geduldete Gäste sein!“
Kaum waren die Worte verklungen, dann hörte man schon ein Hissen und Zischen von der Donau herauf. Der mächtige Schlangenherrscher
selbst kam um dem vorlauten Kerl das Fürchten zu lehren. Es kam zu einem wilden Kampf im Wasser und am Land. Beide waren so ineinander verwickelt,
dass sie wie ein einziges großes wildes Wesen wirkten. Der Schmied dessen Hände wie Schraubstöcke waren nahm aber der Schlange immer mehr den Atem,
bis diese nur noch keuchend und röchelnd die Niederlage akzeptieren musste.
Seit diesem Tag kann man wieder in der Donau fischen und sogar Schwimmer können sich wieder in ihr vergnügen. Dem Schmied von Bach gaben
die Schlangen den ehrenvollen Namen Schmied von Natternbach.

 

 

Kantrabasspieler atelier fahrner

Der Kontrabassspieler von Vornwald

In einer Zeit die schon längst vergangen ist lebte in Vornwald ein Bauer, der vor allem die Ruhe und seine Tiere liebte. Und noch etwas liebte er sehr von dem
aber nur er wusste. Es war sein Kontrabass und die Musik. Und am Besten gefiel es ihm wenn er zu nächtlicher Stunde hinab zur Donau wanderte und
dort sich den wunderbaren Klängen hingab. Die Akustik im dunklen Donautal verzauberte seine Musik in einer ganz besonderen Weise.
Kein Wunder dass diesen liebevollen Klängen so manche Zuhörerinnen lauschten. Molche, Fische, Feen, Elfen und viele andere Wesen waren sein begeistertes
Publikum. So ergab es sich eines Tages, dass er wieder die Wasserwelt um sich herum verzauberte und eigentlich nicht mehr so recht zurück wollte in
die Welt der Menschen. In dieser Stimmung spielte er so leidenschaftlich, dass der König der Fische und Donauauen zu ihm sprach: „Du wunderbarer Spieler
komm zu mir in die Tiefen der Donau und spiele für uns Wasserwesen deine traumhaften Lieder. Du wirst von mir gar reichlich beschenkt und sollst zudem
die weit  Fluss auf und ab für ihre Anmut bekannte Prinzessin von Fischlaichen zur Frau bekommen.“ Der Spieler willigte freudig ein und verschwand
mit dem König in die fröhlich glucksende Donau.

Und wenn man an den Ufern der Donau sitzt, dann kann man ihn auch heute noch spielen hören. Darum klingt die dahinströmende
Donau wie eine nicht enden wollende Symphonie.

 

 

 

Monster Krabbe atelier fahrner

Monster-Krabbe in ihrem natürlichen Umfeld an der Jammerbugten in Dänemark.

 

 

Mein Steckenpferd, Guenther Fahrner - atelier fahrner.com

 

Mein Steckenpferd, Höhe 288 cm, Günther Fahrner 2016

 

 

Wasserspenderin annemarie Fahrner

Wasserspenderin, Annemarie Fahrner 2016

 

 

 

 

Versuchung des hl. Antonius - Günther Fahrner 1013 Atelier Fahrner

Die Versuchung des hl Antonius, Günther Fahrner 2013.

 

 

 

 

 

 

Metallplastiken

Kunst als Befreiungsprozess

 

 

 

 

 

 

 

„Der Künstler stellt dar und lässt die Meinungen begraben sein, wie ein Kriegsbeil“ 

Peter Handke

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Skulpturen sind Ergebnis aus dem Bemühen durch die Kraft der Symbole
und Archetypen dem Verständnis
der Welt näher zu kommen.

Dieser Prozess kann nie
abgeschlossen sein, kann nie zu
einer eindeutigen Antwort führen.
Darum ist gerade die Kunst mit
ihrer Vieldeutigkeit ein sehr
gutes Medium für diese Auseinandersetzung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schrott als Speicher gesellschaftlicher Handlungsweisen

Als Mensch lebt man in einer Welt die geformt und bestimmt ist durch das soziale Umfeld. Diese sozialen Formgebungen sind die Begriffe im Sprachraum, Werkzeuge und Rituale im Handlungsraum, .. kurzum die Gesamtheit der menschlichen Handlungsweisen. In der Kunst geht es darum in diesem Umfeld zu gestalten und Formen und Bezüge zu schaffen, die neue Sichtweisen erlauben, Fragen aufwerfen, ...
Altmetall ist ein Prototyp von gespeicherten gesellschaftlichen Handlungsschemata. Werkzeuge, Stangen, Räder, ... sind sichtbare Zeugen von Begriffen die sich materialisiert haben und somit zu Zeugnissen der individuellen Nutzung von bestimmten gesellschaftlichen Handlungsweisen werden.  Dadurch greift eine Stahlplastik gefertigt aus Schrott tief in den gesellschaftlichen Handlungsraum und ordnet die Elemente neu. Das gebrauchte Metall bestimmt die Skulpturen durch ihre einzigartige Form und Verformung, aber auch durch den Inhalt den die Elemente in sich tragen. Sie sind sowohl durch die individuelle Einzigartigkeit bestimmt als auch durch das gesellschaftliche Wissen, das sie in sich tragen.  Das macht Schrott zu einem sehr tauglichen Material um Botschaften zu formen, zu verwandeln, auf bestehendes aufzubauen, Bezüge anzusprechen, in Frage zu stellen, ... Er bietet ein breites Spektrum an, das für die künstlerische Nutzung sehr hilfreich ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Humor und Kunst stehen sich sehr nahe. Beide erfordern eine kritische Distanz zur
Realität. Sie setzen Erkenntnis voraus, und bringen eine zusätzliche Ebene ins Spiel.

Wenn ein Kunstwerk auch humoristische Elemente hat, dann halte ich es für
besonders spannend und gelungen. Bleibt ein Werk nur im Vorwurf, der Kritik, oder Ästhetik hängen, dann befriedigt es mich kaum.

 

Trotz der allgemeinen abstrakten Zielsetzung die der Befreiungsprozess in der Kunst verfolgt ist es doch wesentlich den Schritt über die konkrete Materialisierung, die Vergegenständlichung einer bestimmten Thematik zu gehen.
Umso mehr sich eine künstlerische Ausdrucksform versucht der materiellen Manifestation zu entziehen, desto großer wird die Gefahr dass sie sich zur Gänze verliert und somit kraftlos ist. Sie kann ihre Wirkung nur entfalten wenn sie sich in der Konkretisierung thematisiert und über die Ebene der Metapher über und gegen die Wirklichkeit spiegelt. Erst in dieser Spiegelung wird sie auf dem Weg der Befreiung zu einem entscheidenden Wegweiser um voran zu kommen.

 

Die Ontologie ist die Lehre vom Sein. Sie versucht indem sie das denkerische Vermögen nutzt dem Sein näher zu kommen. Auch Kunst umkreist das Sein. Kunstwerke sind ontologische Gleichnisse, oder vielleicht sogar ontologische Ankerpunkte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vermutlich ist das archetypische Wissen und Erleben die entscheidende Basis für die Kunst. Archetypen die sich immer wieder in der Gegenwart konkretisieren und somit zu einer Verdichtung und Vertiefung führen. Kunst als Verdichtungsprozess der immer wieder neue Formen und Wege finden muss. Die Frage ist, wie kann ich im hier und jetzt die maximale Dichte und Intensität erreichen. Wie gelingt es mit den immer begrenzten Mitteln diese Aufgabe zu erfüllen. Das erfordert kreative und freie Wege.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Alles was nach Fertigstellung deiner Arbeit geschieht,
gehört dir nicht mehr. Es lässt sich nicht steuern.
Die Arbeit muss für sich kämpfen und sich selbst definieren."
(Maurizio Cattelan)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit der Theorie der Ästhetik von Benedetto
Croce hat die Kunst eine neue Welt erobert
und ist zugleich heimatlos geworden.
Verloren im Ausdruck, der keine zusätzliche
Legitimation braucht. Nach meinem Verständnis
ist es für die Kunst wichtig die Welt zu erobern,
aber genauso wichtig ist es sich wieder eine
neue Heimat zu schaffen. D.h. sich nicht in
beliebigen Ausdrucksformen zu manifestieren,
sondern durch die Auseinandersetzung mit
einem spezifischen Material und Ausdrucksmittel
neue Heimat zu schaffen und dadurch wieder
verständlich und authentisch zu werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kunst ist ein Schiff auf dem stürmischen
Ozean, den wir Welt nennen.
Ein kleines Schiff das großen Stürmen
und Gefahren ausgesetzt ist.
Aber wir haben keine Wahl. Ohne dieses
Schiff würden wir im Ozean ertrinken.

 
     

Torso Annemarie Fahrner - Atelier Fahrner Stahlplastik

Torso, Annemarie Fahrner 2009, Höhe 190 cm.

 

 

 

 

 

Ein Künstler will verführen. Er lädt dazu ein ein paar Schritte an seiner Seite zu gehen und an seiner Welt teilzuhaben. Es gibt aber einen bedeutenden Unterschied zur klassischen Verführungskunst. Für einen Eroberer ist das Ziel klar. In der Kunst hingegen kann nur der Weg das Ziel sein. Wäre das Ziel erreicht so gäbe es wohl keine Kunst mehr. Kunstwerke sind unendliche Annäherungsprozesse an die Welt, die sich immer wieder erfolgreich aus der Umarmung entwindet, um frei zu bleiben. Die ewige Eroberung ist ein Geschenk und ein Fluch zugleich.

 

"Die künstlerische Tätigkeit ist weder sklavische Nachahmung, noch willkürliche Erfindung, sonder freie Gestaltung."
Schreibt Fiedler in seinen Schriften zur Kunst I

 

Wie ein flüstern im Wald stelle ich die Stahlplastiken der Welt entgegen. Einer lauten Welt, die auf der ständigen Flucht vor sich selbst ihr Tempo ständig erhöhen muss. Die Ruhe und Beharrlichkeit machen die Skulpturen stark und gefährlich. Sie werden zu Hindernissen für schnell Eilende, sie werden zur Gefahr. Kunst ist eine Gefahr, eine große Gefahr für blind Dahinrasende.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor ca. 6000 Jahren wurde in Sumer und Ägypten Eisen von Meteoriten genutzt.
Und bereits vor 5000 Jahren kam verhüttetes Eisen in Mesopotamien,
Anatolien und Ägypten zum Einsatz.
Besonders interessant ist dabei, dass es vermutlich nur zeremoniell genutzt wurde.
Die Qualität von Eisen legt offenbar die Nutzung im kultischen Bereich nahe.
Hier steckt eine Verbindung zur künstlerisch archetypischen Verwendung von
Eisen wie wir sie vornehmen. Sowohl bei den Performances als auch in den
figurativen Arbeiten spiegelt sich diese ursprüngliche Nutzung von Eisen.

 

 

 

 

Metall erlaubt durch seinen Charakter keine Hast.
Der Arbeitsstil muss im Einklang mit dem Material
und dem Thema sein.
Der Begriff des "Tempo Giusto" kann wohl auch auf
das Tempo in der bildhauerischen Arbeit
übertragen werden. Der Rhythmus wird dann in einer
gelungenen Skulptur sichtbar und erlebbar.

 

 

Torso Annemarie Fahrner - Atelier Fahrner Stahlplastik

Torso, Annemarie Fahrner 2009, Höhe 190 cm.

 

 

     
 

gelenkstorso atelier Fahrner

Sinnliche Orthopädie, Skulptur aus Titan und Edelstahl (künstliche Hüft- und Kniegelenke) Günther Fahrner 2010

 

 

Wo liegt die Wahrheit der Musik?
Wo liegt die Wahrheit einer Skulptur?
Wo liegt die Wahrheit einer Ameise, einer Schwalbe eins Staubkorns?
Alles ist was es ist ohne die Konstruktion der Idee der Wahrheit.
Was kümmert es die Welt ob sie wahr ist.
Sie ist wie sie ist.
Sie ist wirklich, aber nicht wahr.
In diesem Sinne ist auch die Kunst was sie ist.

 
     

 

 

 

 

 

 

 
 

 

kruezung_oetztal_bahnhof_guenther _fahrner

Industrieregion Ötztal Bahnhof - eine Allegorie
Höhe 365 cm,Günther Fahrner 2007

 

"Industrieregion Ötztal Bahnhof - eine Allegorie"

Ein Zahnrad wird von einer Frau und einem Mann hochgehalten. Das Zahnrad, ein Symbol für die Industrie, bildet gemeinsam mit den zwei Personen eine Einheit. Es besteht eine energetische Verbindung mit dem Zahnrad und auch zwischen den Menschen über dieses.
Der unübersehbare zentrale Stellenwert der Industrie stört in dieser Darstellung nicht die Harmonie - das Zahnrad wird sogar zur Brücke, zur Verbindung. Es verleiht Stabilität und fokussiert die Kraft. Die Industrie wird zum Bindeglied zwischen Menschen.
Durch die dynamische Interpretation dieser Thematik, wird Industrie nicht als statisches Gebilde, sondern als dynamischer kreativer Prozess in Verbindung mit den tragenden Personen sichtbar. Harmonie, Zusammenarbeit und Produktivität sind wichtige Informationen dieser Komposition.
Das Zahnrad in seiner eher schlanken Ausführung ist nicht erdrückende Last, wie die Industrie der frühen Jahre vermutlich war, sondern ein positives Bindeglied.
Industrie wird in dieser Allegorie als eine Chance gesehen. Eine Möglichkeit zum Wachstum in eine Zukunft, die nicht als Bedrohung wahrgenommen wird, sondern als Herausforderung, die aktiv in die Hand genommen wird.

 
 

 

akt annemarie fahrner stahlskulptur atelier fahrner

gnothi seauton - erkenne dich selbst
Höhe 155 cm
Annemarie Fahrner 2010

 

Künstlerische Arbeit ist nicht nur kreative Tätigkeit, sondern auch ein Erkenntnisprozess.
Werke haben die Aufgabe als Wegweiser auf dem eigenen Pfad der Lebenserkenntnis
zu dienen.

Sie entziehen sich oft
dem gänzlichen Verständnis, obwohl sie aus dem eigenen Tätig sein erwachsen sind. Sie
geben häufig ihr Geheimnis
auch dem Künstler nicht sofort preis, und werden erst nach sehr langer Zeit verständlich, wenn
man dem Ziel näher
gekommen ist.

In diesem Sinne definiert auch J.C. Ammann in seinem Buch "Bei näherer Betrachtung" Kunst wie folgt: "Das Kunstwerk ist vielmehr ein sinnlich wahrnembarer Denkgegenstand."

 

 

 

akt annemarie fahrner stahlskulptur atelier fahrner

gnothi seauton - erkenne dich selbst
Höhe 155 cm
Annemarie Fahrner 2010

 

 
 

 

Ein Kunstwerk krallt sich wie ein Adler in das Fleisch der Welt - oft schmerzlich, verletzend.
Dieser Mut zum schonungslosen Kontakt zu dem was wir Wirklichkeit nennen zeichnet eine authentische Arbeit aus.
Kunst hat viel mit Autonomie zu tun. Wer autonom lebt muss Spannungen und Schmerzen aushalten.
Nur der Konformist wird durch eine scheinbare Harmonie belohnt. Eine Harmonie die den Tod der Seele in sich trägt.
Die vielen Seelen der Menschen die schon zu Lebzeiten auf den Friedhöfen der Seelenlosen beerdigt werden.
Tot zu sein bevor der Tod gekommen ist gehört zum grausamen Preis der Konformität und Konfliktscheuheit.
Kunst sehe ich als ein homöopatisches Mittel um gegen die Seelenlosigkeit anzukämpfen.

 

 
Immanuel Kant unterscheidet in der Kritik der Urteilskraft zwischen dem Schönen, das von selbst gefällt, und dem Erhabenen. "Erhaben ist das, was durch seinen Widerstand gegen das Interesse der Sinne unmittelbar gefällt". Diesen Aspekt finde ich sehr wichtig und spannend. Gerade Objekte die aufgeladen sind mit archetypischen Inhalten sind oft bedrohlich. Und bei dieser Bedrohung bleibt so mancher Betrachter hängen und dringt nicht weiter vor.
Kunst fordert vom Betrachter einen freien "interesselosen" Blick und in weitere Folge auch die Überwindung von Angst, um zum Erhabenen vorzudringen. Als Folge dieser Überlegungen in der kantschen Philosophie sehe ich eine wichtige Aufgabe für Künstler und Betrachter: Den Aspekt der Befreiung! Nur ein freier Geist kann in die Tiefe der Ästhetik vordringen
.

 

Leidenschaft atelier fahrner

 

Auf dem Gipfel der Leidenschaft, Höhe 372 cm, Günther Fahrner 2009.

 

Die Welt stellt sich dem Betrachter als ein nebeneinander von Dingen, Ereignissen und Handlungen dar.
Mein Bedürfnis Ordnungen zu finden ist sehr stark ausgeprägt.
Eine Skulptur ist auch ein Versuch eine Ordnungsstruktur an die Welt zu legen. Dabei wird im gegenständlichen Sinne das zufällige nebeneinander der Dinge in eine übergeordnete Struktur eingebunden.
 

"Das Bekannte überhaupt ist darum weil es bekannt ist, nicht erkannt." Schreibt Hegel in der Phänomenologie des Geistes.
Das Bekannte unter anderen Gesichtspunkten dazustellen und somit in Frage zu stellen, um einen Erkenntnisprozess einzuleiten, das ist die Aufgabe der Kunst. Gelingt es ihr die Erkenntnis weiterzuführen um sogar einige Hürden im Geiste aus dem Weg zu räumen, dann ist es in meinen Augen sogar gelungene Kunst.

 

Der Zufall, dass ein Stück Schrott in dieser oder jener Weise verschweißt wird, hat zu tun mit der Notwendigkeit, mit der zwar peripheren und dennoch gewaltigen Möglichkeit ein Zeichen in die Eiche der Welt zu ritzen.
Ein Zeichen, das immer nur Zeugnis einer Existenz ist und deren Bemühen!
Aber die Eiche der Welt trägt das Symbol des Bemühens in den Vorhof der Ewigkeit.

 

Kunst ist immer ein geistiges Produkt nie ein materielles.
Die Materie ist nur der Träger der Information!
Darum ist ein  „Kunstwerk“ das nicht lebt kein Kunstwerk, sondern bestenfalls ein dekorativer Gegenstand.
Trotz dieser geistigen Dominanz ist die konkrete Umsetzung zentral. Erst durch die materiell symbolische Vermittlung wird in der vermittelten Unmittelbarkeit der Inhalt und die Kraft frei. Im konkreten Sein im hier und jetzt  wird der Inhalt in seiner Vielschichtigkeit zugänglich und im günstigsten Fall unmittelbar verständlich.

 

 

Artemis Annemarie Fahrner

Artemis, Annemarie Fahrner 2008, Höhe 167 cm

 

 

 

 

 

Zeus und Europa Guenther Fahrner atelier fahrner

Zeus und Europa, Günther Fahrner 2016. Höhe 210 cm

 

 

 

 

Basis der Kunst ist Selbständigkeit und Freiheit. Diese fordern die Bereitschaft die Spannung der Ruhe auszuhalten. Und diese Bereitschaft sich der Angst vor der Ruhe zu stellen steht in diametralem Gegensatz zur gesellschaftlichen Tendenz (was bereits der Kunst- und Medientheoretiker Günther Anders beschrieb) die Angst vor Selbständigkeit und Freiheit durch den Konsum auf allen Ebenen zu ersticken. Allein durch diese Tatsache steht ein Künstler am anderen Ende, ja geradezu außerhalb der Gesellschaft.

 

 

Die Ideen von der Geraden, der Symmetrie, der Ebene und dergleichen sind Vorstellungen die den Menschen und die Natur bei genauer Betrachtung als unzulänglich erscheinen lassen.
So kam schon Plato auf den Gedanken, dass die Ideenwelt die perfekte Vorlage für eine immer unzulängliche Realität ist. Und die Kunst in weiterer Folge noch weiter von dieser perfekten Ideenwelt anzusiedeln ist.
Demgegenüber vermute ich dass schlichtweg unsere Idee von der Welt unzulänglich ist, weil sie zu wenig berücksichtigt, dass gerade die Qualität alles Lebendigen und Schönen in ihrer einzigartigen Ausformung liegt, die immer von „Unzulänglichkeiten“ wesentlich bestimmt ist.
Wäre die Welt eben, gerade, symmetrisch ... dann würde ich nicht in dieser Welt leben wollen.

 
  Katharina von Alexandrien, die Schutzpatronin
der Buchdrucker, wurde in den mythologischen
Erzählungen vom römischen Kaiser Maxentius
zum Tode durch Rädern verurteilt. Kräfte aus dem
Jenseits kamen ihr zu Hilfe und retteten sie vor
dem sicheren Tode.


In dieser Darstellung ist Katharina gerade dabei
sich nach der Befreiung wieder zu erheben.
Das Schwert symbolisiert ihre klare, fokussierte Kraft,
die ihr die Verbindung zur kosmischen Energie
ermöglicht. Katharina, eine sehr intelligente,
starke und schöne Frau, stützt sich mir ihrer linken
Hand auf ein Buch, eine Metapher für Bildung.
Durch ihre geistige Kraft gelingt es Katharina die
Gewalt, die durch das zerbrochene Rad dargestellt
ist, zu kontrollieren und die zerstörerische
Kraft abzuwenden. Katharina ist ein Wesen das
im Einklang mit sich und dem Universum lebt und
dadurch seine maximale Kraft entfaltet.
Deswegen gelingt es ihr sich den negativen und
zerstörerischen Impulsen erfolgreich zu widersetzen.


Die Krone bezeugt ihre innere Größe, ihr königliches
Naturell. Die Schlüssel, die in die Krone eingearbeitet
sind, stellen ein großzügiges Angebot von
Katharina dar. Sie öffnen die Türe der Erkenntnis.
Eine Erkenntnis, die immer erarbeitet werden
muss über den Weg der Bildung, und somit
durch die Auseinandersetzung mit Büchern.


Diese Stahlplastik steht zutiefst in der Tradition
des Druckergewerbes. Es war und ist die vornehme
Pflicht der Drucker Menschen durch Texte den
Schlüssel zur Erkenntnis zu reichen.


Diese Erläuterungen sind mein individueller
Versuch dem Geheimnis und der Kraft dieses
Kunstwerkes näher zu kommen, und nur meine
Sichtweise, die das Mysterium dieser Skulptur ein
wenig erhellen, aber niemals vollständig erklären
kann. Jeder Betrachter muss für sich seinen
Zugang und seine Interpretation finden.

 

 

Katharina von Alexandrien_guenther_fahrrner

Katharina von Alexandrien, Höhe 400 cm
Günther Fahrner 2006

 

 

 

der Tiroler guenther fahrner metallpastik atelier fahrner

"Der Tiroler", Günther Fahrner 2009, Höhe 100 cm

 

Das Material Metall, die Größe und die Thematik
der Skulpturen verleihen ihnen eine Präsenz der
man sich nur schwer entziehen kann.

Sie fordern einen Dialog, eine Auseinandersetzung.
Einen Dialog der immer offen ist, den jeder für
sich führen und entscheiden muss.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vögel bauen gerne Nester in den Skulpturen.

 

Kunst die nicht von der Welt handelt ist blind und stumm!
Sie soll sanft sein wie eine Katze und wild wie ein Tiger! – sie soll leben!
Und damit will ich sagen, dass sie berühren und verführen soll. Sie soll einladen zum autonomen Denken.

 

Über Kunst zu reden ist immer auch eine Lüge!
Eine Lüge des Verschweigens.
Man kann stets nur einen Aspekt aufzeigen und niemals das Gesamte beschreiben. Darum sagt man fortwährend die Unwahrheit, weil man wichtiges unterschlägt.

 

 

 

vogelnest in einer skulptur atelier fahrner

 

 

 

 

 

harpye atelier fahrner

Harpye, Höhe 285 cm, Günther Fahrner 2014

 

Die Ideen von der Geraden, der Symmetrie, der Ebene und dergleichen sind Vorstellungen die den Menschen und die Natur bei genauer Betrachtung als unzulänglich erscheinen lassen.
So kam schon Plato auf den Gedanken, dass die Ideenwelt die perfekte Vorlage für eine immer unzulängliche Realität ist. Und die Kunst in weiterer Folge noch weiter entfernt von dieser perfekten Ideenwelt anzusiedeln ist.
Demgegenüber vermute ich dass schlichtweg unsere Idee von der Welt unzulänglich ist, weil sie zu wenig berücksichtigt, dass gerade die Qualität alles Lebendigen und Schönen in ihrer einzigartigen Ausformung liegt, die immer von „Unzulänglichkeiten“ wesentlich bestimmt ist.
Wäre die Welt eben, gerade, symmetrisch ... dann würde ich nicht in dieser Welt leben wollen.

 

 

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